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Selenmangel

Selenmangel

Selen kann vom Körper nicht selbst gebildet werden und muss mit der Nahrung aufgenommen werden. Es wird als essenzielles Spurenelement bezeichnet. Das Spurenelement kommt vor allem in Fleisch, Fisch, Eier, Milch- und Getreideprodukten vor. Der Selengehalt in den gesamten europäischen Böden ist jedoch relativ gering. Je nach Region schwankt deshalb der Selenanteil in den Nahrungsmitteln – viele Menschen sind nicht ausreichend mit Selen versorgt. Auch Veganer und Menschen, die über einen längeren Zeitraum künstlich ernährt werden, sind gefährdet, unter Selenmangel zu leiden. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt für Jugendliche und Erwachsene eine Aufnahme von 70 Mikrogramm Selen pro Tag. Männer nehmen mit der Nahrung im Durchschnitt lediglich 47 Mikrogramm und Frauen 38 Mikrogramm Selen zu sich.
 
Selenmangel hat eine Unterfunktion selenabhängiger Enzyme zur Folge. Diese Enzyme sind in zahlreichen Organen enthalten und an vielfältigen Funktionen beteiligt. Ein Mangel an Selen kann daher unterschiedliche Beschwerden und Erkrankungen begünstigen.


 


Selen und Krebs

Zahlreiche Studien belegen einen Zusammenhang zwischen einer zu geringen Selenversorgung und der Neuerkrankung von Krebspatienten bzw. der Krebssterblichkeit. Ein niedriger Selenspiegel führt zu einem zwei- bis sechsfach höheren Krebsrisiko.
 
Krebspatienten haben bereits vor Ausbruch der Krankheit einen niedrigen Selenspiegel. Während der Erkrankung nimmt der Selenspiegel oftmals weiter ab. Selen ist an vielfältigen Prozessen der körpereigenen Abwehr beteiligt. Bei Krebskranken sind die Reserven oft erschöpft. Tumorpatienten leiden unter antioxidativem Stress, der durch die Chemo- und Strahlentherapie weiter verstärkt wird. Eine zusätzliche Zufuhr von Selen wirkt sich unterstützend auf die Krebstherapie aus. Bei der Behandlung von Krebs wird Selen in der anorganischen Form, nämlich als Natriumselenit, verwendet. Der Selenspiegel sollte dabei auf einem ausreichend hohen Niveau (mehr als 120 Mikrogramm im Vollblut) gehalten werden. Damit wird dem Körper eine optimale oxidative und immunogene Abwehrbereitschaft geboten. Freie Radikale, die bei chronischen Krankheiten wie Krebs anfallen, werden bekämpft. Es bilden sich mehr Antikörper, Killerzellen und Abwehr-Lymphozyten. Das Wachstum bestehender Tumoren wird ebenso verhindert. Teilweise bilden sich die Tumorzellen auch zurück. In den Krebszellen wird eine Art Selbstmordprogramm ausgelöst.
 
Selen senkt außerdem die Nebenwirkungen einer Chemo- und Strahlentherapie ohne Wirksamkeitsverlust.
 
Neben der unterstützenden Funktion der Krebstherapie wird eine Selenzufuhr als vorbeugende Maßnahme gegen Krebs empfohlen. Studien ergaben, dass Menschen in selenreichen Gebieten seltener von Krebs betroffen sind als Menschen in selenarmen Regionen.


 


Ist Selen giftig?

Eine Vergiftung mit Selen wird auch als Selenintoxikation oder Selenose bezeichnet. Selenvergiftungen sind zwar möglich, treten aber grundsätzlich nur bei einer falschen und unkontrollierten Anwendung auf. Produkte, die Natriumselenit enthalten, sind gut verträglich und sicher.
 
Bei einer Überdosierung von Selen können Nebenwirkungen auftreten. Erste Anzeichen sind ein knoblauchartiger Atemgeruch, Durchfall, Übelkeit, Bauchschmerzen, Müdigkeit und Haarausfall.
 
Im Falle einer längeren Überdosierung kann sich das Nagel- und Haarwachstum verändern und es können Störungen des Nervensystems auftreten.
 
Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt gesunden Menschen über einen längeren Zeitraum nicht mehr als 400 Mikrogramm Selen täglich zu sich zu nehmen.
 
Akute kurzfristige, kontrollierte Einnahmen von Natriumselenit bleiben bis zu 1000 Mikrogramm ohne toxische Wirkung.


 


Selen und Schilddrüse

Die Schilddrüse hat eine große Bedeutung für den Stoffwechsel. Die von der Schilddrüse produzierten Hormone beeinflussen die gesamte körperliche Entwicklung. Sie steuern z.B. den Energie- und Knochenstoffwechsel, die Verdauungsfunktion, Herz- und Kreislauffunktionen und die psychische Verfassung. Selen nimmt eine zentrale Rolle für Aufbau, Aktivierung und Stoffwechsel der Schilddrüsenhormone ein. Ein wichtiges Schilddrüsenhormon ist Thyroxin. Es wird von der Schilddrüse selbst produziert. Selenabhängige Enzyme wie Glutathionperoxidase und Thioredoxinreduktase haben bei der Produktion von Thyroxin unterstützende Funktionen. Sie schützen das Schilddrüsengewebe vor Oxidation und Entzündung. Nicht nur für die Produktion, sondern auch für die Aktivierung des Thyroxins werden selenabhängige Enzyme benötigt. Ohne Selen kann das Schilddrüsenhormon nicht gebildet werden. Eine ausreichende Selenversorgung trägt daher zur Aufrechterhaltung der Schilddrüsenfunktion bei.
 
Die Autoimmunthyreoiditis (AIT) ist eine genetisch bedingte, chronische Entzündung der Schilddrüse. Hierbei werden Antikörper gebildet, die gegen bestimmte Strukturen des eigenen Schilddrüsengewebes vorgehen. Das hat Funktionsstörungen zur Folge, die sich als Über- oder Unterfunktion bemerkbar machen, oft bekannt als Hashimoto oder Morbus Basedow.
 
Ob die Erkrankung ausbricht, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Gründe können beispielsweise Schwangerschaft, Wechseljahre oder Pubertät sein. Ein Selenmangel begünstigt die Krankheit ebenfalls.
 
Durch die ausreichende Versorgung mit Selen kann diese autoimmune, chronische Schilddrüsenentzündung (AIT – Autoimmunthyreoditis) positiv beeinflusst werden. Studien belegen, dass Selen die Bildung von Antikörpern sowie Entzündungen reduziert.


 


Selen und Immunsystem

Selen unterstützt das Immunsystem in seiner natürlichen Aufgabe, den Körper vor schädlichen Eindringlingen zu schützen.
 
Bei Selenmangel verlieren die Immunzellen an Wirksamkeit. Die Synthese von Antikörpern gegen fremde Substanzen ist reduziert. Die körpereigene Abwehr gegenüber Bakterien und Viren ist geschwächt. Auch Krebszellen können schlechter bekämpft werden. 


 

 
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