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Tinnitus

Was Tinnitus?

Unter „Tinnitus“ (lat. tinnire = klingeln) versteht man jede Art von Ohr- und Kopfgeräuschen, die auf keine äußere Schallquelle zurückzuführen sind. Die sogenannten Haarzellen in der Hörschnecke im Innenohr nehmen die Schallwellen wahr und leiten diese direkt an den Hörnerv weiter. Danach müssen die feinen Sinneshärchen wieder ihre Ausgangsposition einnehmen. Dafür benötigen sie Energie und Nährstoffe. Jedoch können winzige Ablagerungen in den feinen Blutgefäßen rund um die Hörschnecke die Versorgung der Zellen und so auch die Funktion einschränken.

Diese Geräuschempfindung kann stark lebensbeeinträchtigend und mit großem, negativem, psychischem Stress verbunden sein. Manchmal ergeben sich schwerwiegende Auswirkungen auf das Berufs- und Privatleben sowie auf die Sozialbeziehungen. Die weitere Folge sind oft Schlafstörungen, Lustlosigkeit, Depressionen, Angstzustände und soziale Isolation.

Was soll man tun, wenn man das erste Mal ein Rauschen im Ohr bemerkt?

Da das Risiko für einen dauerhaften Tinnitus steigt, je später eine ärztliche Behandlung erfolgt, sollten Sie bei Ohrgeräuschen, über ein oder zwei Tage, umgehend den professionellen Rat eines HNO Facharztes suchen. In der akuten und subakuten Phase steht häufig eine medikamentöse Therapie im Vordergrund, z. B. mit durchblutungsfördernden Substanzen. Bei chronischem Tinnitus wird mehr Wert auf stressreduzierende Maßnahmen gelegt, so dass die Betroffenen lernen mit dem Tinnitus umzugehen.

Wie kann der HNO-Arzt beim Verdacht auf eine Tinnitus-Erkrankung tun? Welche Untersuchungsmethoden gibt es?

Vor Behandlungsbeginn ist es wichtig zu überprüfen, ob bzw. welche konkrete Ursache für die Ohrgeräusche vorliegt. Dafür stehen verschiedene Untersuchungsmethoden zur Verfügung:

  • Hals-Nasen-Ohren-Untersuchung
  • Hörtest
  • Analyse des Tinnitus-Geräusches
  • Prüfung des Paukendrucks im Ohr, der Mittelohrmuskeln und der Gehörknöchelchen
  • Blutuntersuchungen auf Entzündungsparameter oder Infektion
  • Computertomographie (CT) des Schädels
  • Funktionsuntersuchungen der Halswirbelsäule (HWS) und des Kauapparates

In Abhängigkeit von der Diagnose kann dann eine gezielte Behandlung oder die Kombination mehrerer Maßnahmen eingeleitet werden.

Welche Behandlungsmöglichkeiten hat der Arzt?

  • Medikamentöse Therapie: Durchblutungsfördernde Arzneimittel zum Einnehmen, oder eventuell auch als Infusionstherapie
  • Osteopathie
  • Akupunktur
  • HWS-Therapie
  • Psychologische Diagnostik und Therapie:
    • Tinnitus-Retrainingstherapie: Mittels eines "Noisers" (ein kleines Gerät im Ohr oder hinter dem Ohr getragen), der ein Geräusch (Breitbandrauschen – weißes Rauschen), das leiser als der jeweilige Tinnitus ist, einspeist, soll das Gehirn soweit zurücktrainiert (Retraining) werden, dass die zur Zeit als lästig bis quälend empfundenen Ohr- bzw. Kopfgeräusche nicht mehr so stark bis gar nicht mehr wahrgenommen werden.
    • Progressive Muskelentspannung nach Jacobson
    • Autogenes Training
    • Schlaftraining
    • Stressmanagement
    • Psychologische Beratung
    • Hyperbare Sauerstofftherapie (in geeigneten Druckkammern)
    • Modifizierte Laser-Ginkgo-Therapie

Welche Möglichkeiten hat man als Patient, selbst den Krankheitsverlauf zu beeinflussen? Welche Selbsthilfetipps können Sie geben?

Stille meiden: Vor allem in ruhiger Umgebung fallen Ohrgeräusche stark auf. Vielen Betroffenen hilft in solchen Situationen die Ablenkung mit leiser Musik oder Hörbüchern. Insbesondere kurz vor dem Einschlafen werden derartige Hilfsmittel als sehr angenehm empfunden.

Stress abbauen: Wenn auch im Alltag Stress nicht vermieden werden kann, sollte er in der Freizeit bewusst abgebaut und verringert werden. Entspannungstechniken wie Yoga, autogenes Training oder progressive Muskelentspannung können dies unterstützen.

Aktiv sein: Wer bewusst auf den Tinnitus achtet, erhöht das Risiko für zusätzliche Folgebelastungen, z.B. Schlaf- sowie Konzentrationsstörungen. Hingegen können persönliche Hobbys und andere Aktivitäten helfen, die Aufmerksamkeit auf positive Dinge zu richten.

Gesund leben: Ausreichend Schlaf und Bewegung sind die Grundlagen für unsere Gesundheit. Hören Sie auf diese Bedürfnisse Ihres Körpers. Auch der Verzicht oder ein maßvoller Umgang mit Alkohol und Nikotin sind wahrhaft „Musik für Ihre Ohren“.

Ausgewogen ernähren: Eine gesunde, vitaminreiche Ernährung unterstützt die Versorgung des Körpers mit wichtigen Nährstoffen. Bei erhöhtem Stress oder im Falle einer Erkrankung kann es darüber hinaus sinnvoll sein, gezielt die Ernährung zu ergänzen. Der Bedarf ist in solchen Situationen besonders hoch.

Es gibt neue Tabletten, die den Heilungserfolg bei Tinnitus unterstützen sollen?

Wie bei jeder Muskelbewegung, jedem Nervenimpuls, sind auch für das „Hören“ sauerstoff- und energieverbrauchende Prozesse erforderlich. Die dafür nötigen Grundstoffe werden über die Blutbahnen zu den betreffenden Zellen geliefert. Ein neues Produkt als Nahrungsergänzung enthält neben ausgewählten Pflanzenextrakten viele wichtige Vitamine und Vitalstoffe, die gezielt zur Versorgung der Zellen beitragen.

Verschiedene Substanzen sind darin enthalten:

  • L-Arginin: ist eine körpereigene Aminosäure. Unter dem Einfluss von Arginin können sich die feinen Blutgefäße erweitern und damit die Mikrozirkulation unterstützen.
  • Coenzym Q10: ist eine vitaminähnliche Substanz, die bei allen energieliefernden Prozessen im Körper eingebunden ist. Coenzym Q10 erhöht die zellinternen Reparaturmechanismen, die Zellregeneration. Ein spezieller Komplex an sekundären Pflanzeninhaltsstoffen erhöht die Regeneration empfindlicher Zellstrukturen.
  • Magnesium und Zink: Magnesium ist ein wichtiges Element bei der Regulation der Nervenfunktionen.
  • Schisandra-Extrakt: Der Extrakt wird aufgrund seiner vitalisierenden und ausgleichenden Eigenschaften bei Stresserkrankungen seit über 2000 Jahren in der chinesischen Heilkunde geschätzt.

Gibt es auch homöopathische Möglichkeiten zur Behandlung?

Folgende homöopathische Mittel können unter anderem gegen Tinnitus angewendet werden:

  • Adonis vernalis

 

 
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