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Stiftsbibliothek Admont

Das Jahrhundert-Projekt der Generalrestaurierung der Stiftsbibliothek Admont, das unter Aufsicht des Bundesdenkmalamtes gestanden ist, war ein wichtiger Beitrag, ein architektonisches und kunstgeschichtliches Juwel für weitere Generationen zu sichern.

Seit der Gründung im Jahre 1074, also seit fast einem Jahrtausend, werden im Benediktinerstift Admont Kulturgüter gesammelt und bewahrt. Eine besondere Stellung nimmt diesbezüglich die Stiftsbibliothek ein.

Diese Bibliothek zählt zu den bedeutendsten Kulturdenkmälern unseres Landes und ist eines der großen Gesamtkunstwerke des europäischen Spätbarocks. „Das Achte Weltwunder“, so wurde die Admonter Bibliothek, vielleicht etwas enthusiastisch, aber durchaus berechtigt, schon seit dem frühen 19. Jahrhundert bezeichnet. Sie stellt einen über Jahrhunderte hinweg reichenden Wissensspeicher dar, in dem sich kunst- und kulturhistorische Beispiele aus der Entwicklungsgeschichte des Buches finden – von den Handschriften aus der mittelalterlichen Admonter Schreibschule, über die gesammelten Inkunabeln (Frühdrucke) bis hin zum entfalteten Buchdruck.

Die Bibliothek ist als Gesamtkunstwerk zu sehen, in der die verschiedenen Kunstgattungen (Architektur, Fresken, Skulpturen, Schriften & Druckwerke) zu einer Einheit verschmolzen sind – letztlich auch die zentrale Stellung des Buches in der Entwick-lungsgeschichte der Benediktiner verdeutlichend.

Der 1776 vollendete, spätbarocke Bibliothekssaal wurde von Abt Matthäus Offner (Regierungszeit 1751-1779) in Auftrag gegeben und vom Grazer Baumeister Josef Hueber (1715-1787) erbaut. Hueber war den Ideen der Aufklärung verpflichtet: „Wie den Verstand soll auch den Raum Licht erfüllen.“ Mit einer Länge von 70 m, einer Breite von 14 m und einer Höhe von 11 m (in der Mittelkuppel 12,7 m) ist dieser in drei Teile gegliederte Raum der größte klösterliche Bibliothekssaal der Welt. Als architektonisches Vorbild diente Hueber die österreichische Nationalbibliothek in Wien.

Aufklärerischen Geist atmen auch die sieben Deckenfresken, die der über 80-jährige Bartolomeo Altomonte (1694-1783) in den Sommermonaten der Jahre 1775 und 1776 schuf: Sie zeigen die Stufen der menschlichen Erkenntnis vom Denken und Sprechen über die Wissenschaften bis zur göttlichen Offenbarung in der Mittelkuppel. In den Bücherregalen unter dieser Kuppel finden sich einzig Ausgaben der Bibel und der Kirchenväter, im nördlichen Seitensaal die theologische Literatur, im südlichen Saal alle übrigen Fachgebiete.

Der Stiftsbildhauer Josef Stammel (1695-1765), der als einer der bedeutendsten barocken Bildhauer gilt, schnitzte den umfangreichen Skulpturenschmuck des Prunksaales. Besondere Berühmtheit erlangten die 'Vier letzten Dinge', eine Gruppe von vier überlebensgroßen Darstellungen von Tod, Jüngstem Gericht, Himmel und Hölle.

Die Admonter Bibliothek ist ein historisches Monument der Buchkultur, deren Bedeutung den regionalen Raum weit übersteigt. Andererseits bietet sie aber ebenso wertvolles und umfassendes Quellenmaterial zur Geschichte des Umlandes. Der gesamte Bücherbestand umfasst an die 200 000 Bände. Den kostbarsten Schatz bilden dabei die mehr als 1 400 Handschriften (ab dem 8. Jahrhundert) sowie die 530 Inkunabeln (Frühdrucke bis zum Jahr 1500).


Aktuelle Ausstellung:

Alles rund um die Sammler-LEIDENSCHAFT - darum geht es in der Sonderausstellung ab 27. März 2011 im Stift Admont!

In knapp 5 Wochen ist es soweit und das Museum des Stiftes Admont eröffnet seine neue Ausstellungssaison. In diesem Jahr wird das Thema Sammler-LEIDENSCHAFT aufgegriffen: Gerade im Stift Admont hat diese Leidenschaft eine ...lange Tradition.

 Neben einem Abt, der im 15. Jahrhundert wertvolle Handschriften gesammelt hat, werden im kunsthistorischen Museum ausgewählte Exponate des Kunststickers Fr. Benno Haan und im naturhistorischen Museum die Insektensammlung von P. Gabriel Strobl gezeigt.

Als Kontrast zu den historischen Sammlungen laden wir unter dem Titel „Admont Guests“ steirische Sammler und deren Kunstbestände des 20. und 21. Jahrhunderts in das Stift ein. Ab 27. März 2011 sind also Sammlungswelten eines halben Jahrtausends im Stift Admont zu sehen. Begeben Sie sich auf eine spannende Zeitreise von der beginnenden Neuzeit bis ins 21. Jahrhundert!



 
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