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Juckreiz und trockene Haut

Quälender Juckreiz, schuppige Haut - oft ist falsches Waschen schuld

Eines der häufigsten Hautprobleme alter Menschen ist die chronisch trockene Haut (Xerosis cutis). Der damit verbundene quälende Juckreiz oder schuppige Erytheme führen manchen zum Arzt. Ein wichtiger Hinweis an die Patienten ist, dass ungefähr ab der Lebensmitte die Hautreinigungs- und Pflegegewohnheiten verändert werden müssen.

"Viele Menschen passen ihre Waschgewohnheiten beim Älterwerden nicht an, sondern reinigen ihre Haut, wie sie es seit der Jugend taten". Bei Frauen werde - meist mit Beginn der Menopause - die Haut immer trockener.

Aber auch ältere Männer solle man nach Juckreiz und nach Pflegegewohnheiten fragen sowie sich gezielt Hände, Arme und Beine ansehen, den oft hauptsächlich betroffenen Hautstellen. Die Haut produziert im Alter immer weniger Lipide. Werden dann noch austrocknende Reinigungs- und Pflegeprodukte verwendet, schädigt das die Haut und stört ihre Barrierefunktion.

Ein Vollbad pro Woche reicht vollkommen aus

"Es sollte nachgefragt werden, wie oft geduscht oder gebadet wird oder ob Einreibungen mit Franzbranntwein und ähnlichen alkoholischen Lösungen erfolgen". So trocknet häufiges Baden die Haut zusätzlich aus, besonders, wenn heißes Wasser und Seife benutzt werden sowie der Härtegrad des Wassers hoch ist. Vollbäder sollten nicht öfter als einmal wöchentlich auf dem Programm stehen. Die Wassertemperatur dürfe 35 bis maximal 39 Grad nicht überschreiten.

Seifen sind generell nicht für die tägliche Hautreinigung geeignet. Denn sie heben den pH-Wert der Hautoberfläche auf über 5,5 an, was die Ansiedlung bestimmter Bakterien und bei hartem Wasser die Entstehung von Kalksalzen begünstigt. Verwendet werden sollten seifenfreie Syndets mit einem pH-Wert um 5,5.

Der Begriff Syndet leitet sich aus "synthetisches Detergens" ab. Es handelt sich dabei um synthetische Tenside, also oberflächenaktive Substanzen, die mit rückfettenden Substanzen und Feuchthalte-Komponenten - zum Beispiel Glycerin, Urea und Hyaluronsäure - versetzt sind.

Sie sind wenig allergen, haben eine hohe Reinigungs- und Fettlösekraft und bilden keine Kalksalze. Nachteile sind allerdings der im Vergleich zu Seifen hohe Preis und ein starkes Ablösen auch hauteigener Lipide.

Ein weiterer Tipp ist daher:

Hautreinigungsmittel sparsam anwenden! Das gelingt mit festen Waschstücken meist besser als mit Flüssigprodukten, die zum übermäßigen Gebrauch verleiten.

Statt Antihistaminika gegen Juckreiz genügt Eincremen!

Wichtig ist auch der Hinweis an Patienten und Pflegepersonal in Heimen, daß hautschonende Pflegemittel unter Umständen weniger schäumen als herkömmliche Mittel. Die Schaumbildung hat jedoch nichts mit der Reinigungskraft zu tun. Abgesehen davon sei es gar nicht notwendig, stets den ganzen Körper einzuseifen, betont Kerscher, sondern lediglich jene Areale, wo besonders geschwitzt wird. Das sind die Axillen, der Genitalbereich und die Leisten.

Es sei nicht selten, daß Patienten wegen des ständigen Juckreizes Antihistaminika einnähmen, so eine weitere Erfahrung der Dermatologen. "Dabei würde es genügen, die Haut einzucremen!" Hautpflege im Alter heißt vor allem, fehlende oder entfernte Fette der Haut zurückzugeben. Geeignet dafür sind Wasser-in-Öl-Emulsionen, die wegen des hohen Fettgehalts den Öl-in-Wasser-Emulsionen vorzuziehen sind.

Neu sind darüber hinaus nanodisperse Systeme mit Liposomen, Oleosomen (kugelförmige Öl-Globuli) oder Lipid-Doppelmembran-Systemen. Diese er- höhen die Freisetzung und Penetration der Wirkstoffe, etwa Feuchthalte-Komponenten wie das Glycerin, Urea und Hyaluronsäure. Und sie verbessern die epidermale Barrierefunktion.

Da ständig neue Produkte auf den Markt gelangen, kommt man bei der konkreten Auswahl von Produkten oft nicht um eine fachliche Beratung herum, etwa beim Hautarzt oder in der Apotheke.

Empfehlenswerte  Firmen mit geeigneten Produkten aus der Apotheke :

 EUBOS, PH-EUCERIN, DERMALIND

 
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